DER MANN AUS DEM EIS (VÖ 18. Mai) und die besten Epen der Filmgeschichte

by Pierre Wilke

 

 

Regie: Felix Randau

Darsteller: Jürgen Vogel, Susanne Wuest, Franco Nero

Ab 18. Mai 2018 auf DVD, Blu-ray und Video on Demand

Ascot Elite

 

Es gibt Geschichten, die sind monumental, überlebensgroß und gehören auf die Leinwand: das Epos. Seit der Antike begeistern Menschen diese Geschichten über Helden, die durch diese Dichtungen zu Legenden wurden. Beschrieb ein Epos in der Antike noch eine erzählende Dichtung in Versform, die vor allem mündlich überliefert wurde, so meint es heutzutage Geschichten monumentalen Ausmaßes im räumlichen, gesellschafts-politischen oder zeitlichen Sinn. Es sind oft Geschichten des Einzelnen im großen Ganzen, der einen erheblichen Einfluss auf die Geschichte nimmt und große Veränderungen bringt. So ist es kein Wunder, dass sich auch der Film dieser Stoffe annimmt, wo sie doch bis heute Menschen in ihren Bann ziehen. Ob historisch oder fiktional, Epen sterben ebenso wenig aus, wie die legendären Helden, die sie geschaffen haben.

Zur Veröffentlichung des spektakulären Abenteuers DER MANN AUS DEM EIS am 18. Mai, der die einzigartige Geschichte des Kelab (Jürgen Vogel) erzählt, werfen wir einen Blick auf fünf herausragende Epen der Filmgeschichte und ihre Helden:

VOM WINDE VERWEHT (1939) – Scarlett O‘Hara

Basierend auf dem gleichnamigen Roman von Margaret Mitchell, hat sich dieses Filmwerk einen besonderen Platz in der Filmgeschichte geschaffen und stellte mit Scarlett O’Hara eine komplexe Filmheldin in einem monumentalen Epos vor. Dem Zuschauer wird Scarlett am Vorabend des Amerikanischen Bürgerkrieges als verzogene und unsympathische Debütantin vorgestellt. Eine Flucht ins Ungewisse, eine stürmische und tragische Ehe, ein demoralisierender Krieg, der Verlust ihrer Tochter und ihrer ewigen Feindin Melanie (die doch zur Verbündeten wurde), sind die Eckpfeiler in Scarletts turbulenter Geschichte. Sie ist eine tragische Heldin, die vor allem durch ihr Leid zu dieser wird. Zwar kann sie die Liebe zu Rhett nicht aufrechterhalten, doch steht sie zumindest am bitteren Ende zu ihren wahren Gefühlen.

Der Film machte Scarlett O’Hara (Vivien Leigh) und Rhett Butler (Clark Gable) zu dem wohl bekanntesten Paar der Filmgeschichte.

BRAVEHEART (1995) – William Wallace

Auch in BRAVEHEART bilden historische Ereignisse die Kulisse für die Heldengeschichte um den schottischen Freiheitskämpfer William Wallace (Mel Gibson). Vor allem die Schlacht von Stirling Bridge und Wallace Ansprache sind bis heute Teil des kollektiven Gedächtnisses der Filmgeschichte: „Ja, sie mögen uns das Leben nehmen, aber niemals nehmen sie uns unsere Freiheit!“

Zwar wurde in BRAVEHEART die historische Richtigkeit nicht wirklich eingehalten. Dem Zuschauer ist das aber spätestens egal, als Wallace zum Märtyrer wird und mit den letzten Atemzügen „Freiheit“ schreit, um damit lieber seinen Idealen treu zu bleiben, als dem Unterdrücker zu folgen.

 

GLADIATOR (2000) – Maximus Decimus Meridius

Eingebettet in die historischen Wirren der Kämpfe zwischen Römern und Germanen, erzählt GLADIATOR die Geschichte des Feldherren Maximus Decimus Meridius. Eindringlich zeigt der Film den gesellschaftlichen Abstieg des Maximus. Es ist sein steiniger Aufstieg zum Idol der Massen und seine Absicht, das römische Volk vom Tyrannen Commodus zu befreien, die den Zuschauern im legendären Zusammentreffen der Rivalen, der Climax des Films, den Atem stiehlt.

Historisch ist der Film zwar alles andere als korrekt. Dennoch sind GLADIATOR und sein Held Maximus, brillant verkörpert von Russell Crowe, Kult und für viele eines der besten Epen aller Zeiten.

APOCALYPTO (2006) – Pranke des Jaguar

Vor dem Hintergrund des bevorstehenden Untergangs der Maya, wird „Pranke des Jaguar“ zum Helden in diesem ungewöhnlichen Epos. Nach der gewaltsamen und blutigen Übernahme seines Dorfes durch Maya-Truppen, werden die Überlebenden, darunter auch Pranke des Jaguars, festgenommen und verschleppt. Durch seine Willenskraft und der vehementen Entsagung der Angst, gelingt es Pranke des Jaguar, den Fängen der Maya zu entkommen und seine Familie rechtzeitig zu retten. Nur um am Ende einer neuen Bedrohung entgegenzublicken: die bevorstehende Kolonialisierung durch die spanischen Konquistadoren.

In hypnotisierenden Bildern und einer modernen Approximation der Yucatec Maya Sprache, erzählt Mel Gibson (Regie, Produktion, Drehbuch) sein Heldenepos. Ein atemloser und oft brachialer Film, der dem Publikum im Gedächtnis bleibt.

DER MANN AUS DEM EIS (2017) – Kelab

Die Geschichte um Kelab ist dramatisches Abenteuer und Rachethriller zugleich. In den Ötztaler Alpen der Jungsteinzeit spielend, erlebt der Zuschauer eine packende Geschichte um einen Mann, der alles verloren hat. Während sich Kelab auf der Jagd befindet, wird sein Dorf angegriffen. Die Eindringlinge töten alle, die sie vorfinden, und entwenden das „Tineka“ – ein Objekt von hohem rituellem Wert. Bis auf sein Neugeborenes, überlebt auch Kelabs Familie den Angriff nicht. Er macht es sich zur Aufgabe, seine Familie und sein Volk zu rächen.

Kelab wird zum besonnenen Rächer – er tötet die Angreifer, jedoch nicht eine anwesende Frau und zwei Kinder – und schließlich zum tragischen Helden, als ein Unbekannter ihn auf seinem Rückweg mit einem Pfeil erschießt. Das Außergewöhnliche an dieser Geschichte ist, das sie fast ganz ohne gesprochene Worte auskommt und auf erstaunliche Weise Emotionen perfekt transportiert. Was bleibt ist die Legende eines kühnen Helden und seinem mysteriösen Ableben. Ein Film für die Ewigkeit.

 

 

Zum Film

Vor 5.300 Jahren in der Jungsteinzeit. Eine Großfamilie lebt friedlich an einem Bach in den ÖtztalerAlpen. Ihrem Anführer Kelab obliegt es, den heiligen Schrein zu verwahren. Während Kelab auf der Jagd ist, wird seine Siedlung überfallen und die gesamte Sippe ermordet, darunter auch Kelabs Frau und sein Sohn. Auch das Heiligtum der Gemeinschaft wird geraubt. Getrieben von Schmerz und Wut hat Kelab nur noch ein Ziel – Vergeltung!

Kelab folgt den Spuren der Täter und dabei den Gefahren der Natur ausgesetzt. Ein tragischer Irrtum macht ihn selbst zum Gejagten. Schließlich steht Kelab nicht nur den Mördern seiner Familie, sondern auch sich selbst gegenüber. Wird er seinem Drang nach Rache nachgeben und selbst zum Täter? Oder gelingt es ihm, den ewigen Kreislauf der Gewalt zu durchbrechen?

 

 

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