Review zu Knives Out – Mord ist Familiensache ab dem 8. Mai erhältlich

by Pierre Wilke

Knives Out – Hollywood Star Daniel Craig ist wie Columbo im Spiel Cluedo. Eine spannende und lustige Mischung

Mit Daniel Craig, Chris Evans, Jamie Lee Curtis, Toni Colette, Michael Shannon, Don Johnson,
Christopher Plummer und Ana de Armas
 
Ab 8. Mai 2020 als DVD, Blu-ray, 4K Ultra HD Blu-ray und digital erhältlich!

Rian Johnson enthüllt mit seinem neuen Film Knives Out ein unterhaltsam böses, wenn auch nicht substanzielles Detektivgeheimnis. Bereits 2005 würdigte sein Debütfilm Brick (ein High-School-Thriller) das hartgesottene Noir-Genre. Jetzt macht er dasselbe für gemütliches Verbrechen, obwohl nichts so gemütliches daran ist.

Knives Out hat ein Landhaus voller stirnrunzelnder Verdächtiger, ausdrucksloser Diener und grinsender Ne’er-Do-Wells und eine amüsante Leistung von Daniel Craig als Benoît Blanc, dem brillanten Amateur aus Louisiana, der alle zum Teufel nervt, indem er lächelt rätselhaft, gelegentlich während des Verhörs im Salon eine erschütternde hohe Note auf dem Klavier zu spielen und in seinem südlichen Grat auszusprechen: „Ah suh-spect far-wuhl play!“

Es ist eine Art Cluedo von Agatha Christie, Mord ist ihr Hobby mit Angela Lansbury. Und Herr Blanc hat mit seiner Zigarre und der studierten Unverschämtheit und dem Timing seiner Fragen etwas von Peter Falks viel vermisstem Leutnant Columbo.

Christopher Plummer spielt Harlan Thrombey, den 85-jährigen Bestseller-Krimi-Romanautor, dessen Küchenchef 1000 Knives ist, ein Meisterwerk, das ein bizarres dekoratives Herzstück im Salon seines riesigen Rokoko-Herrenhauses inspiriert hat: ein riesiges „Rad“ aus Scharfsinn Messer. Zu seinem Geburtstag lädt dieser wohlhabende Patriarch seinen dysfunktionalen Clan zu einer großen Party ein – Maklertochter Linda (Jamie Lee Curtis) und Schwiegersohn Richard (Don Johnson); sein Sohn Walt (Michael Shannon) wurde mit der Verwaltung seines lukrativen literarischen Nachlasses beauftragt; Die verwitwete Schwiegertochter Joni (Toni Collette), deren eigene Tochter Meg (Katharine Langford) von Harlan abhängig ist, um ihre Studiengebühren zu bezahlen. Ransom (Chris Evans) ist sein verwöhnter, reicher Enkel, und der mürrische Teenager Jacob (Jaeden Martell) ist ein gruseliger alt-rechter Internet-Troll. Auf dieser Party gibt es erhobene Stimmen und ein geflüstertes Gerede darüber, dass sich der Wille ändert. Als die Haushälterin Fran (Edi Patterson) später Harlan mit durchgeschnittener Kehle findet, ist Detective Elliott (Lakeith Stanfield) nicht geneigt, die milden Zusicherungen der Familie zu akzeptieren er hat sich umgebracht. Er und der Privatdetektiv Blanc haben ein Ass im Loch: Harlans Krankenschwester Marta (Ana De Armas) kannte Harlan am besten und sie hat eine seltsame psychophysiologische Eigenart. Sie kann nicht lügen, ohne sich zu übergeben. Aber kann sie die ganze Wahrheit enthüllen? Und wer ist die anonyme Person, die Blanc angeheuert hat, indem sie ihm einfach einen Umschlag voller Bargeld geschickt hat?

Knives Out ist jedoch etwas traditioneller. Der Familienclan und dieses absurde Haus sehen aus, als wären sie durch die Wes Anderson-Maschine rückwärts gefüttert worden, was die Eigenartigkeit herausholt. Was wir haben, ist ein einfaches Krimi, aber es wird mit Begeisterung und Humor erzählt. Craig ist ein netter Comic-Darsteller, dessen Lippen für immer zu einem wissenden halben Lächeln gespitzt sind und das die Verlogenheit der Verdächtigen wie ein guter Wein genießt.

Dann ist da noch die Satire. Die Familie Thrombey zeigt in ihren politischen Diskussionen eine überwiegend konservative Belastung, eine arrogante Unbestimmtheit in Bezug auf die Herkunft von Marta in Süd- oder Mittelamerika und ein ausgeprägtes Gefühl, dass Migranten in Amerika nicht allzu viel Anspruch haben, was die Lesart ausmacht des Willens noch traumatischer für sie. Diese erwachsenen Prinzessinnen und Prinzessinnen sind den Erben von Trump und Murdoch nicht unähnlich oder wie der Roy-Haushalt in Jesse Armstrongs Satire Succession.

Es gibt eine Menge lebhafter und lustiger Spielereien mit Giften und Gegenmitteln, und Johnson liefert einen Stich fröhlichen Zynismus.

Bonusmaterial:
Audiokommentar; Featurettes;

Bewertung:

4 von 5

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