Review zu „The Terror Room“

by Pierre Wilke

Mit: Rainey Qualley, Vincent Gallo u.a.
 
Regie: D.J. Caruso
 
FSK: 16
 
Ab 28. Oktober 2022 auf DVD und Blu-ray und ab 17. Oktober digital erhältlich
SquareOne Entertainment

The Terror Room von Regisseur D.J. Caruso und Autorin Melanie Toast ist der erste Spielfilm, der von der berüchtigten Website Daily Wire stammt.

Jessica (Rainey Qualley) ist eine frisch getrennte Mutter des Kleinkindes Lainey (Luciana VanDette) und ihres kleinen Sohnes. Sie lebt derzeit in dem baufälligen Haus ihrer verstorbenen Mutter und bereitet sich darauf vor, das Haus zu verkaufen, das Geld abzuheben und so weit wie möglich von ihrem drogensüchtigen Ex-Mann Rob (Jake Horowitz) wegzukommen. Bei den Umzugsvorbereitungen bleibt Jessica in der großen Küchenvorratskammer stecken (ich würde dafür töten) und kommt nicht mehr heraus. Da das Haus abgelegen ist, kann die kleine Lainey nicht helfen. Leider taucht Rob auf, um sie zu befreien. Aber es gibt ein noch schlimmeres Problem, denn er hat seinen Freund Sammy (Vincent Gallo) mitgebracht, von dem alle vermuten, dass er ein Kinderschänder ist.

Jessica lässt Rob wissen, dass sie wegziehen wird, und macht ihm klar, dass Robs Sucht der Hauptgrund dafür ist. Von Sammy angestachelt, stößt ihr wütender Ex Jessica zurück in die Speisekammer, nimmt ihr das Telefon ab und nagelt die Tür zu, wobei er ihre rechte Hand aufspießt. Jessica sitzt wieder in der Falle, ohne dass ihr jemand helfen kann, und lässt Lainey und ihren Bruder hilflos auf der anderen Seite zurück. Lainey ist verängstigt und hungrig, und das Baby tut, was Babys tun. Zu allem Übel taucht auch noch jemand im Haus auf, und es ist nicht Rob.

The Terror Room schreit nach einer unabhängigen Produktion. Die Tatsache, dass das Ganze an einem einzigen Ort gedreht wurde und sich siebzig Prozent der Laufzeit in einer Speisekammer abspielen, ist mehr als ein Hinweis darauf. Obwohl der Film nicht das Gefühl eines großen Kinothrillers vermittelt, gelingt es Caruso, auf so kleinem Raum ein hohes Maß an Spannung aufzubauen, denn die Handlung ist wunderschön gedreht. Von der Komposition über die Kamerabewegung bis hin zur Beleuchtung ist alles erstklassig. In Anbetracht des Budgets und der Tatsache, dass dies der erste Spielfilm von Daily Wire ist, sind hier viele ehemals desillusionierte Produktionstalente am Werk, die dankbar für die Chance sind, einen hochwertigen Film außerhalb des Hollywood-Systems zu drehen, und das merkt man auch.

Der gesamte Film beruht auf der fantastischen Leistung von Rainey Qualley. In ihrer Rolle steckt mehr, als nur ängstlich zu wirken und durch eine Tür zu schreien. Sie trifft den richtigen Ton als eine Frau, die darum kämpft, ihre Fehler zu überwinden und das Leben ihrer Familie zu verbessern. Aber leider wird sie von den Dämonen ihrer Vergangenheit verfolgt. Der Höhepunkt sind die nonverbalen Blicke zwischen ein paar Gramm Meth und der Bibel ihrer Mutter.

The Terror Room ist ein guter Start für eine sehr junge Produktionsfirma. Ich ziehe es vor, wenn meine Thriller einen viel größeren Umfang haben, mit Verfolgungsjagden, Computer-Hacking und tickenden Zeitbomben. Aber so klein dieser Film auch sein mag, er ist sehr spannend und setzt einen guten Standard für alle Indie-Filmemacher, die sich in diesem Genre versuchen wollen. D.J. Caruso orchestriert diese Symphonie der Spannung meisterhaft, wenn auch eine zwanzigstimmige Symphonie, aber dennoch eine Symphonie.

Bonusmaterial:

Making of, Trailer

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Bewertung:

3 von 5

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