Von der feministischen Stripperin zur Oscar®-prämierten Autorin: TULLY Schöpferin Diablo Cody zeigt Hollywood, was echte Frauen bewegt!

by Pierre Wilke

 

 

Von der feministischen Stripperin zur Oscar®-prämierten Autorin.

TULLY Schöpferin Diablo Cody zeigt Hollywood, was echte Frauen bewegt!

 

Mit: Charlize Theron, Mackenzie Davis, Mark Duplass u.a.

Regie: Jason Reitman

Drehbuch: Diablo Cody

Kinostart 31. Mai 2018 im Verleih von DCM

 

ihre Liebe ist bedingungslos, ihre Stärke enorm und ihr Glück unendlich – Mama ist die Beste! Geprägt durch die christliche Ikonografie der formvollendeten „Über-Mutter“ Maria, ist das Muttersein genau das: ein perfektes Bild. Dass dieses Bild der Mutter und der Frau aber weitaus facettenreicher ist, als jenes, welches Hollywood oft zeichnet, spornt die Oscar®-prämierte Drehbuchautorin Diablo Cody seit jeher an: „Ich habe es zu meiner Aufgabe gemacht, Frauenrollen zu schreiben, die ich so noch nicht gesehen habe.”

Mit TULLY gelingt es Diablo Cody wieder einmal, eine solch vielschichtige weibliche Hauptfigur zu erschaffen, die mehr Abbild als Trugbild ist. Ein Talent, mit dem sie Hollywood schon im Sturm eroberte.

Mittlerweile gehört Diablo Cody, deren Kunstname sich der Legende nach aus dem Arcadia Song „El Diablo“ und einer Fahrt durch Cody (Wyoming) zusammensetzt, zwar zu den goldenen Federn Hollywoods – ihr Name wird mit Größen der Branche wie etwa Sorkin und Kaufman verglichen. Doch ihr Weg nach Hollywood war alles andere als geradlinig. 1978 erblickte sie als Brook Busey in Lemont, Illinois, einem Vorort von Chicago, das Licht der Welt. Nach dem Abschluss in Medienwissenschaften an der University of Iowa folgte eine Anstellung als Sekretärin in einer Anwaltskanzlei. Diese Tätigkeit brachte Cody dazu, ihrer Kreativität in einem Scherz-Blog namens „Red Secretary“ freien Lauf zu lassen. In dem Blog nahm sie die Rolle einer weißrussischen Sekretärin an, deren Taten eine karikierte Form von Codys realen Erlebnissen als Sekretärin waren. Nicht das letzte Mal, dass ihr Leben ihre Kunst maßgeblich beeinflusste.

Die Langweile, die das Dasein als Sekretärin in Minneapolis mitbrachte, durchbrach sie mit der Entscheidung, als selbstbestimmte feministische Stripperin zu arbeiten. Indem sie ihre Erfahrungen in dem Blog „The Pussy Ranch“ festhielt, wurde ihr späterer Manager Mason Novick auf sie aufmerksam. Fasziniert von ihrem Talent und ihrer Geschichte, verhalf er Cody dabei ihre 2006 erschienenen Memoiren „Candy Girl – A Year in The Life of an Unlikely Stripper“ zu verlegen. Novicks Zuspruch und Vorschlag, sich an einem Drehbuch zu versuchen, inspirierte Cody dazu JUNO zu schreiben und legte den Grundstein für das Dream-Team Diablo Cody & Jason Reitman.

 

 

Der plötzliche Durchbruch in Hollywood mit JUNO und die Zusammenarbeit mit Reitman

Mit ihrem Drehbuch-Debüt JUNO gelang Cody Außerordentliches. Was als Drehbuchschreibübung für eine Adaption ihrer Memoiren gedacht war, wurde 2007 zum charmanten Indie-Hit. Mit vier Oscar®-Nominierungen und der Auszeichnung in der Kategorie „Bestes Originaldrehbuch“, lag ihr Hollywood plötzlich zu Füßen. Es folgten u.a. Drehbücher für JENNIFER’S BODY – JUNGS NACH IHREM GESCHMACK (JENNIFER’S BODY, 2009), die Arbeit an der anerkannten TV-Serie „Taras Welten“ („United States of Tara“, 2009 – 2011) und die zweite Zusammenarbeit mit Regisseur Reitman mit YOUNG ADULT (2011). Reitman schwärmt über Codys Schilderung des alltäglichen Lebens von Frauen, die sie als äußerst komplexe Figuren charakterisiere. So forme sie laut ihm vor allem weibliche Hauptrollen, die intelligent, bewundernswert und witzig seien – aber auch Schwächen aufzeigen.

Es sind auch die Gemeinsamkeiten ihrer beider Leben, die Cody und Reitman natürlicherweise zusammenbringen: „Interessanterweise sind wir gleich alt und haben ähnliche Persönlichkeiten. Fast so als ob wir ein gemeinsames Tagebuch führen würden. Alle paar Jahre erhalte ich ein Skript von ihr und weiß, dass es ihre Gefühle widerspiegelt, was sie durchgemacht hat sowie die Erfahrungen, die sie gesammelt hat. Zudem bringt es auch meine Emotionen und Gedanken auf den Punkt, die ich selbst nicht zum Ausdruck bringen kann. Dafür bin ich ihr wirklich sehr dankbar.”

Und so natürlich das Team Cody & Reitman arbeitet, so ist es auch als wäre da ein unsichtbares Band, eine unbeabsichtigte Trilogie, die JUNO, YOUNG ADULT und TULLY verbindet. Interessanterweise zeigen die Filme drei Frauen in aufeinander folgenden Lebensabschnitten, die an Scheidepunkten stehen. Die ungewollt schwangere Teenagerin Juno, die nicht erwachsen werden wollende Mittdreißigerin Mavis und die 40-jährige Marlo, die mit der Geburt ihres dritten Kindes in Depressionen abzugleiten droht. Alle drei Figuren sind exemplarisch für Diablo Codys komplexe Frauenfiguren, die vor weitreichenden Lebensentscheidungen stehen und denen es weder an Biss, Humor, noch Herz fehlt.

Mit TULLY verarbeitet Cody teilweise ihre eigenen Erfahrungen, die sie 2015 nach der Geburt ihres dritten Kindes machte. Das Konzept sich Hilfe von außen zu holen, als Mutter scheinbar zu „versagen“ lehnte sie erst ab: „Ich war strikt dagegen, eine Nacht-Nanny für mein ältestes Kind zu engagieren. Beim zweiten Kind wehrte ich mich. Beim dritten Kind schluckte ich meinen Stolz hinunter.“ Wie auch Marlo in TULLY, näherte sich Cody nach anfänglicher Skepsis schließlich mit großer Erleichterung der Nanny an: „Es war fast schon ein Schock, wie sehr ich die Nacht-Nanny liebgewonnen hatte, weil ich das Gefühl hatte, dass sie meine Rettung war.

Mit ihren Figuren – allen voran Juno, Mavis und Marlo – zeigte Diablo Cody wiederholt, dass Frauen in ihren Rollen als Mütter und Töchter mehr sind als eindimensionales Beiwerk. Somit erhörte Cody einen Ruf, der schon lange in Hollywood hallte und mit einem neuen Selbstbewusstsein von Frauen in der Branche einhergeht, die seit langem, mehr Diversität und komplexere Frauenbilder fordern. Mit TULLY ist Cody genau das gelungen. Ihre Marlo ist überfordert, depressiv, humorvoll und frei von gängigen Mutter-Klischees, wie dem schier unendlichen Mutterglück.

Ein schonungsloses, ehrliches Bild einer Mutter, die alles sein kann, was sie will, könnt ihr ab dem 31. Mai 2018 auf der großen Leinwand erleben.

 

 

Zum Inhalt:

Marlo (Charlize Theron) hat gerade erst ihr drittes Kind bekommen, als ihr Bruder ihr ein besonderes Geschenk macht: Eine „Night nanny“, die sich nachts um die Kinder kümmern soll. Marlo ist zunächst skeptisch gegenüber dem Gedanken, Hilfe von einer fremden Person anzunehmen, doch als sie die junge, schlaue und witzige Nanny namens Tully kennenlernt, entwickelt sich eine einzigartige Freundschaft zwischen den beiden Frauen.

Mit JUNO begeisterten Regisseur Jason Reitman und die Oscar®-prämierte Drehbuchautorin Diablo Cody eine ganze Generation. Ihre neue Komödie TULLY ist ein warmherziges, sensibles und humorvolles Portrait über Mutterschaft im Jahr 2018.

 

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