Review zu KIN seit dem 6. Juni im handel erhältich

by Pierre Wilke


Mit Jack Reynor, Dennis Quaid, James Franco, Zoë Kravitz, Myles Truitt
Regie: Jonathan Baker & Josh Baker

Ab 6. Juni 2019 als Blu-ray, DVD und digital
Concorde Home Entertainment

Die Zwillingsbrüder Jonathan und Josh Baker bei ihrer ersten Regiearbeit.

Es ist ein Krimi mit zwei schweren Raubüberfällen, mehreren Morden und einem Einbruch ins Gefängnis. Ein Roadmovie, der in Detroit beginnt und am Lake Tahoe endet.

Also ja, „Kin“ ist auch ein bisschen wie ein Biker-Film. Wichtiger ist, dass es auch ein Familiendrama ist.

Die Brüder vor der Kamera sind definitiv keine Zwillinge. Jimmy, ein Ex-Betrüger, dessen Prahler ihm einen Platz auf der Kundenliste von Michael Cohen einbringt, hat einen 14-jährigen Stiefbruder, Eli (Myles Truitt). Jack Reynors muskulöser Auftritt als Jimmy wirft zwei Probleme auf, von denen keines seine Schuld ist. Erstens sieht er Chris Pratt so ähnlich, dass Sie immer wieder erwarten, dass Waschbären mit Bradley Cooper-Stimme ihn und Eli jagen, während sie die Interstate hinunter rollen. Zweitens macht Reynor seinen Job vielleicht zu gut: Er ist so überzeugend wie eine Katastrophe. Eli ist das Herz von „Kin“: ein kluges, ängstliches Kind, dessen Intelligenz sich letztendlich gegen seine Angst durchsetzt. Seine Entdeckung dieser Strahlenkanone in einem verlassenen Lagerhaus in Detroit ist der Chef des Films, MacGuffin, und 60.000 US-Dollar, die Jimmy einem kleinen Gangster schuldet. James Franco (weitere Prostituierte) hat viel zu viel Spaß daran, den Bösen zu spielen. Er versenkt seine Zähne so tief im Zahnfleisch. Es ist kein schöner Anblick.

Truitts Vorsicht ist das Schönste in einem Film voller guter Schauspielkunst. Die stets unerschütterliche Carrie Coon taucht in einem entscheidenden Moment als FBI-Agentin auf. Dennis Quaid, als Jimmy und Elis Vater, sieht aus wie ein Mann, der weiß, dass „Untergang“ die automatische Korrektur von „Schicksal“ ist. Die Tatsache, dass Quaid und Reynor weiß und Truitt schwarz sind, ist eine von den vielen Möglichkeiten, wie „Kin“ die Erwartungen erhöht. Es ist wie bei allen Genres, die auf diese Weise gemischt und angepasst werden.

Es dauert eine Weile, um die Hintergründe der Rasse herauszufinden, aber wir tun es und was wir lernen, ist wichtig. Es läutet die Anwesenheit von Zoë Kravitz ein. Sie rettet beide Brüder und wird von ihnen gerettet. Dies ist ein Film, in dem Prädikate sowohl passiv als auch aktiv sein können. Die Rettung erfolgt von einer Straßenbar in Colorado (die Prostituierte sammelt sich ständig). Die Beziehung, die sich zwischen ihr und Myles entwickelt, ist der süßeste Aspekt eines Films, bei dem die Säure im Vordergrund steht.

Die Baker´s verwenden viele Handkameras, die einen emotionalen wie auch visuellen Ton ausgeben. Die verbale Choreografie in „Kin“ ist ziemlich platt. Aber die Motorräder – erinnerst du dich? – sind noch cooler als die Ray Gun, und die Vorliebe der Franco-Figur für Joni Mitchells „Help Me“ ist wirklich witzig. Es ist ein Zeichen der Klugheit der Baker´s, dass sie sie nicht als „Auferweckt auf Raub“ benutzt haben. Das hätte besser gepasst, aber es passt nicht, was „Kin“ zu dem Film macht, der es ist.

Bonusmaterial:
Laufzeit Bonusmaterial ca. 56 Min.; Kurzfilm „Bag Man“; Making of; Featurette; Audiokommentar; Deutscher Trailer; Original Kinotrailer; Wendecover;

Bewertung:

3 von 5

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.