Feature zu ANTEBELLUM (ab dem 18.12. als DVD, Blu-ray und Ultra HD Blu-ray erhältlich)

by Pierre Wilke

+++ „Kühn, beeindruckend und technisch überwältigend“ Thrillist +++ „Janelle Monáe währt sich in diesem packenden Thriller gegen die Schrecken der Sklaverei“ Variety +++ „Der Film beleuchtet, mit phantasievollen Wendungen, den Rassismus, der in der amerikanischen Geschichte und Gesellschaft tief verwurzelt ist“ Slant

Darsteller: Janelle Monáe, Marque Richardson, Eric Lange etc.

Ab 18. Dezember 2020 als DVD, Blu-ray und 4K Ultra HD Blu-ray erhältlich!

Es ist ein wahrer Alptraum: Die gefeierte und erfolgreiche Bestsellerautorin Veronica Henley, die sich dem Rassismus in der US-amerikanischen Gesellschaft aktiv entgegenstellt, erwacht auf einer Baumwollplantage aus dem 19. Jahrhundert, auf der Schwarze Menschen wie sie als Sklaven gehalten werden.  Befindet sie sich in einer Parallelwelt? Ist sie in die Vergangenheit gereist? Verwirrt und verzweifelt kämpft Veronica ums Überleben in einer Welt, in der ihr schlimme Misshandlungen drohen.

Der provokante und packende Thriller ANTEBELLUM, der ab den 18. Dezember 2020  als DVD, Blu-ray und Ultra HD Blu-ray erhältlich ist, konfrontiert seine Zuschauer schonungslos mit der dunkelsten Epoche der US-amerikanischen Geschichte – als es noch erlaubt war, über andere Menschen aufgrund ihrer Hautfarbe zu herrschen. Für jeden, der nach der Sichtung von ANTEBELLUM gerne tiefer in dieses wichtige Thema einsteigen will, haben wir in unserem Textfeature fünf Filme zusammengestellt. Alle beschäftigen sich mit Rassismus, beleuchten dabei aber unterschiedliche Aspekte, wie auch Jahrzehnte und arbeiten beim Genre mit den verschiedensten Mitteln. 

Zum Home-Entertainment-Release von ANTEBELLUM: Fünf vielschichtige Filme über ein wichtiges Thema

„Get Out“

2017 sorgte der Schauspieler und Comedian Jordan Peele mit seinem Regiedebüt für großes Aufsehen, für das er direkt bei den Oscars eine Nominierung als bester Film sowie den Preis für das beste Original-Drehbuch erhielt. Schuf Jordan Peele mit GET OUT doch einen zunächst klassisch anmutenden Horror-Thriller, der sich vor den Augen des Zuschauers in eine waschechte und zugleich packende sozialkritische Geschichte über Rassismus entwickelt. Und so beginnt auch die Story zunächst recht unscheinbar: Der afroamerikanische Fotograf Chris (Daniel Kaluuya) fährt mit seiner weißen Freundin Rose (Allison Williams) zu ihren reichen Eltern auf deren abgelegenen Landsitz, um Roses Familie nach fünf Monaten Beziehung erstmals kennenzulernen. Seine Hauptfarbe hat Rose gegenüber ihren Eltern nie angesprochen und obwohl dies Unbehagen bei Chris auslöst, sind seine Bedenken schnell zerstreut. Er wird von ihren Eltern sehr freundlich in Empfang genommen. Doch je länger sich Chris im Haus von Roses Eltern aufhält, desto mehr merkt er, wie seltsam sie, ihre Gäste und die Schwarzen Hausangestellten sich benehmen. Als er das schreckliche Geheimnis hinter ihrer freundlichen Fassade aufdeckt, will er nur noch flüchten – doch sie wollen ihn nicht so einfach gehen lassen.

„Nächster Halt: Fruitvale Station“

„Nächster Halt: Fruitvale Station“ hingegen ist der erste Langfilm des jungen Regisseurs Ryan Coogler. Der mit wenig Budget gedrehte Film ist Drama und Biopic zugleich, denn er zeigt dem Zuschauer die letzten 24 Stunden im Leben des 22-jährigen Oscar Grant III (Michael B. Jordan). Der junge Afroamerikaner wurde in den frühen Stunden des 1. Januars 2009 im Bahnhof Fruitvale von einem Polizisten mehrmals in den Rücken geschossen. Ein fruchtbares Ereignis, das wie ein Damoklesschwert über dem Verlauf des Films hängt. Der Zuschauer weiß Bescheid, während Oscar unwissend auf seinen gewaltsamen Tod zurast. Der Film rekonstruiert seine Umgebung und seine Taten vor seinem Tod detailgenau und porträtiert ihn weder als Märtyrer noch als Unruhestifter sondern auf sehr berührende Weise als menschliches Wesen. Auf ein pauschales Gut gegen Böse verzichtet Ryan Coogler dabei, aber der Rassismus, der Oscar am letzten Tag seines Lebens entgegenschlägt und in seinem viel zu frühen Tod gipfelt, wird eindeutig als unterschwelliges und fest etabliertes Problem der US-amerikanischen Gesellschaft gezeigt.

„If Beale Street Could Talk“

Nach seinem Erfolg mit „Moonlight“, der 2017 mit drei Oscars ausgezeichnet wurde, widmete sich Filmemacher Barry Jenkins in seinem nächsten Film einer Literaturverfilmung. Er adaptierte den gleichnamigen Roman von James Baldwin von 1974. Vor der Kulisse des New Yorks der 70er Jahre entfaltet sich dabei eine fesselnde Geschichte über eine Hoffnung, die sich unüberwindbaren Hürden entgegenstellt. Die Liebe von Clementine “Tish” Rivers (Kiki Layne) und Alonzo “Fonny” Hunt (Stephan James) wird ins Unglück gestürzt, als Fonny seine Freundin vor sexueller Belästigung schützt, den Ärger eines rassistischen Polizisten auf sich zieht und später für eine Straftat verhaftet wird, die er nicht begangen hat – Ein Dilemma, das viele Schwarze Menschen in den USA kennen. Doch wir sehen den Film durch Tishs Augen und wissen daher, dass Fonny eindeutig unschuldig ist. Sie setzt alles daran, Fonny zu beschützen und zu retten – auch wenn immer deutlicher wird, dass dies vollkommen aussichtslos ist. „If Beale Street Could Talk“ beschäftigt sich somit im Rahmen einer berührenden Liebesgeschichte mit dem Trauma, dass viele Schwarze Menschen mit dem US-amerikanischen Rechtssystem verbinden.

„BlacKkKlansman“

Shelton Jackson „Spike“ Lee ist seit den 80er Jahren als Regisseur, Drehbuchautor, Produzent und Schauspieler tätig und gilt als eine der Mitbegründer des New Black Cinema. Seine Filme beschäftigten sich schon immer mit gesellschaftspolitischen und sozialen Themen – darunter natürlich vor allem mit dem Rassismus, mit dem Afroamerikaner in ihrem Alltag zu kämpfen haben. Einer seiner letzten Filme nutzt dafür – verglichen mit den meisten anderen Filmen in dieser Liste etwas überraschend – das Genre der Komödie, jedoch fokussiert sich „BlacKkKlansman“ ganz auf den schwarzen Humor und ist Satire pur – und beruht dabei auch noch auf wahren Begebenheiten. Denn in den 1970er Jahren gelang es dem Schwarzen Polizisten Ron Stallworth (John David Washington) tatsächlich, den Ku-Klux-Klan zu infiltrieren. Dabei half ihm sein weißer, jüdischer Kollege Flip Zimmerman (Adam Driver), der sich bei Treffen mit dem Geheimbund als Stallworth ausgab. Das Ergebnis ist ein Film, der unterhaltsam ist und doch zum Nachdenken anregt – und trotz seinem 70er-Jahre-Setting aktiv Parallelen zu unserer Gegenwart zieht.

„Selma“

Ava DuVernay hat als erste afroamerikanische Frau bei einem Film Regie geführt, der bei den Oscars als bester Film nominiert wurde. Dass „Selma“ den Award nicht gewann und auch Hauptdarsteller David Oyelowo leer ausging, löste 2015 bei vielen Unmut aus und gipfelte in dem Hashtag „#OscarsSoWhite“ – sind Regisseurinnen und nicht-weiße Filmemacher*innen beim bekanntesten Filmpreis der Welt doch schon immer unterrepräsentiert. Dabei hat „Selma“ alle Lorbeeren mehr als verdient. Der Film bringt den Höhepunkt der Schwarzen Bürgerrechtsbewegung von 1965 auf die große Leinwand, der die Einführung des uneingeschränkten Wahlrechts für alle Afroamerikaner*innen ermöglichte. Eindringlich zeigt er, wie die wichtigen Protestmärsche von Selma nach Montgomery vorbereitet und durchgeführt wurden. Dabei thematisiert er aber auch die Gewalt, die den Bürgerrechtler*innen während der Märsche entgegenschlug. Immer im Fokus steht dabei Martin Luther King (David Oyelowo), die charismatische Schlüsselfigur der Bewegung.

Über ANTEBELLUM

Die Bestseller-Autorin Veronica Henley (Janelle Monáe) beendet gerade ihre erfolgreiche Buchtournee, bevor sie zu ihrem Mann und ihrer Tochter nach Hause zurückkehrt. Doch eine unerwartete Schicksalswendung stellt Veronicas Leben komplett auf den Kopf. Plötzlich findet sie sich in einer schrecklichen, unwirklichen Parallelwelt wieder, die sie dazu zwingt, alles in Frage zu stellen: ihre Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Kann sie einen Ausweg finden, bevor es zu spät ist?

Mit diesem spannungsgeladenen und provokativen Thriller lassen die Produzenten von „Get Out“ und „Wir“ erneut die Grenzen zwischen Fiktion und Wirklichkeit verschwimmen und erschaffen einen absolut verstörenden und unglaublichen Horrortrip zu den Wurzeln des Rassismus in Amerika. Effektvoll in Szene gesetzt wurde ANTEBELLUM dabei vom Autoren-/Regisseure-Duo Bush+Renz (Gerard Bush, Christopher Renz), welches bislang vorwiegend für seine bahnbrechenden Werbekampagnen im Kampf für soziale Gerechtigkeit bekannt ist und hiermit sein Spielfilmdebüt gibt. Absolut schonungslos halten sie mit ANTEBELLUM der Gesellschaft den Spiegel vor und setzen die Geschichte und Gegenwart des Rassismus in den USA auf beeindruckende Art und Weise in Bezug.

In der Hauptrolle brilliert keine Geringere als Superstar Janelle Monáe („Hidden Figures“, „Moonlight“) als Bestseller-Autorin und Gefangene in einer Parallelwelt. Auch der weitere Cast ist mit Jack Huston („The Irishman“, „Ben Hur“), Gabourey Sidibe („American Horror Story“, „Precious – Das Leben ist kostbar“), Jena Malone („Die Tribute von Panem“, „The Neon Demon“), Eric Lange („Narcos“, „Wind River“) und Tongayi Chirisa („iZombie“, „Palm Springs“) hochkarätig besetzt.

ANTEBELLUM ist ab 18. Dezember 2020 als DVD, Blu-ray und 4K Ultra HD Blu-ray erhältlich! Das Bonusmaterial enthält neben Deleted Scenes und Interviews mit Cast & Crew die Featurettes „The History in Front of Us“ und „A Hint of Horror“ (Laufzeit: ca. 98 Min. (DVD), ca. 104 Min. (BD + UHD)).

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.