Review zu Bad Spies mit Mila Kunis und Kate McKinnon

by Pierre Wilke


Regie: Susanna Fogel
mit Mila Kunis, Kate McKinnon, Justin Theroux, Gillian Anderson, Sam Heughan u.v.m.

Abbot und Costello trifft Die Bourne-Identität….

Als Morgan, eine schlaflose Schauspielerin und ehemalige Zirkusartistin in New Jersey, die sich in eine Welt voller internationaler Intrigen und Blutvergießen erhebt, ist die mit dem Emmy-Award ausgezeichnete Schauspielerin so unermüdlich einfallsreich, so ehrlich und unverschämt, dass sie buchstäblich jeden Moment auf dem Bildschirm ein Grund zur Überraschung hat. Es ist eine Performance-Elastik, die die bizarren Verschiebungen des Films überbrückt, der zwischen Humor und rasende Kugeln in den Kopf eines Bösen sind. Darüber hinaus trägt McKinnon in ihrem flinken Rahmen einen Fusionsreaktor voller Freude und kann mit diesem Genuß, der die Begeisterung des Publikums weckt.

Bad Spies wurde nicht nur auf dem Rücken von „Schwesternschaft über allem anderen“ verkauft, sondern behauptet tatsächlich, die Geschichte von Mila Kunis ‚Audrey zu erzählen, einer relativ unauffälligen Angestellten im Bioladen, deren bemerkenswerteste Eigenschaft ist die Tiefe ihres Engagements für ihre Freundschaft mit Morgan.

Bevor Audrey das tut, stellen wir fest, dass Drew (Justin Theroux),  der sie mit einem knackig formulierten Text abgelegt hat, ein mysteriöser Mann ist, der Kerle das Genick brechen kann, als würde er ein Glas Gurken öffnen. Als er seinen Ex mit der Lieferung von streng geheimen Informationen an einen Kontakt in einem österreichischen Café beauftragt, machen sich Audrey und Morgan auf ein Abenteuer in Übersee, in dem so viele Leichen wie Stempel auf ihren Pässen erscheinen. (Es wurde nie erklärt, wie sich das mäßig erwerbstätige Paar, das scheinbar keine Fülle an Lebensfähigkeiten zu haben scheint, diese Reise überhaupt leisten kann.)

Wenn die Frauen jede peinliche Tatsache bekennen, die sie voneinander wissen, während sie von einem sadistischen ehemaligen Turner, der zum Attentäter wurde (Ivanna Sakhno), aufgehängt wird, macht im Wesentlichen die Folter deutlich, wie dünn ein Rasiermesserdraht ist. Glücklicherweise kommt die Erleichterung von den explosiven und blutigen Hijinks durch Morgans regelmäßige Telefonanrufe zu ihren entzückten Eltern Carol und Arnie (gespielt von Jane Curtin und Paul Reiser).

Das Ethos „Küken vor Schwänzen“, das den Film durchdringt, wird unnötig durch einen romantischen Winkel vollbracht, der den Eindruck erweckt, als würde der Spion, der mich fallen ließ, seiner eigenen Botschaft nicht trauen. Infolgedessen geht es in dem Film letztlich weniger um die Stärkung von Frauen – oder gar um den Erwerb von Frauen in einem Genre, das seit langem von Jungs dominiert wird, deren muskulös trainierte Muskeln in engen schwarzen T-Shirts rütteln. Vielleicht ist es nur eine Plattform für eine einzigartige Schauspielerin, die ihren Weg im Fernsehen geebnet hat, aber auf der großen Leinwand bisher nicht ausgelastet ist, und das ist mehr als genug.

Oder wie McKinnons „Morgan“ sagt, als sie zum ersten Mal auf Gillian Andersons britischen Spionagechef stößt: „Ich habe so viel Respekt vor Ihnen, dass es um Objektisierung geht.“

Kate, wir wissen genau, wie du dich fühlst.

Bonusmaterial:
Making of; Geschnittene Szenen; Featurette „Gary Powell: The action behind the film“; Featurette „Making friends with Hasan Minhaj“; Off Script: Impro am Set; Wendecover US-Teaser; Trailer; Deutscher Kinotrailer;

Bewertung:

2 von 5

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