Review zu „UNHINGED – AUSSER KONTROLLE“

by Pierre Wilke

mit
Russell Crowe,
Caren Pistorius, Gabriel Bateman u.a.
 Regie: Derrick Borte

Drehbuch: Carl Ellsworth Ab 27. November 2020 als DVD, Blu-ray, 4K Ultra HD Blu-ray und digital erhältlich!

„Unhinged“ ist ein Dreier: ein Thriller, der an einen Slasher-Film grenzt. Russell Crowe spielt die wütende Party. Caren Pistorius ist die junge Mutter, die er terrorisiert, weil sie ihn anhupt, weil er sich nicht bewegt, nachdem ein Licht grün wird. „Ich glaube nicht wirklich, dass du weißt, was ein schlechter Tag das ist“, sagt er. „Aber du wirst es herausfinden.“ Einige Prophezeiungen erfüllen sich mehr als andere.

Woher sollte sie wissen, dass er früh am Morgen seine Ex-Frau und ihren Ehemann ermordet hat und ihr Haus niedergebrannte?

Caren Pistorius spielt Rachel, die Frau, die schließlich Gegenstand der Aggressionen des Mannes wird. Sie befindet sich mitten in einer umstrittenen Scheidung, in der ihr Ex das Haus verfolgt. Ihre Mutter ist von einem Haus, das sie nicht verkaufen können, in eine Altenpflegeeinrichtung gezogen. Ihr Sohn Kyle (Gabriel Bateman) hat eine grenzenlose, aber nicht erwiderte Begeisterung für seinen Vater.
Rachel hat an einem Morgen bereits genug Scheiße gehandhabt, um eine Woche zu überstehen, als sie auf eine Ampel trifft, an der „Crowe“ die stehen bleibt, obwohl die Ampel grün wird. Rachel legt auf die Hupe und zoomt um ihn herum, als er sich weigert zu beschleunigen. So beginnt seine Odyssee, Rachels Leben niederzubrennen und ihr zu zeigen, was ein schlechter Tag wirklich bedeutet.

Regisseur Derrick Borte verleiht dem Rest des Films zweifellos eine raffinierte, unerbittliche Energie, die das Chaos auf der Autobahn mit heimtückischerer und intimerer Gewalt vermischt. Bei ersteren handelt es sich um Limousinen, umgedrehten SUVs und zerquetschten Autos. Jimmy Simpson von Westworld ist immer eine willkommene Präsenz und verkörpert Letzteres in einem Segment, das ihn Crowe gegenüber in einem Moment enorm angespannter Spannung in einem Diner einschließt. Unhinged könnte von einer etwas trostloseren Leichtsinnigkeit profitieren, beispielsweise wenn Crowe im Besitz von Rachels Telefon – mitteilt, dass ihr Therapietermin verschoben wurde: „Sie bringt besser ihr A-Game mit… weil Sie es verdammt noch mal brauchen wird.“ Stattdessen wird Unhinged von zweifelhaften Entwicklungen in Bezug auf Datenplantechnologie, Telefon-Tracking-Apps und Vorortviertel überdeckt, in denen praktisch niemand jemals in der Nähe zu sein scheint.

All diese beträchtliche Raserei führt zu einem klimatischen Knopf, der musikalisch lahm ist und auf seine eigene Art und Weise ideologisch fragwürdig ist. Die Überlebenden des Films fühlen sich eher in einen Ort der Selbstzufriedenheit als in Mitgefühl versetzt – nicht „Sei freundlich, denn du weißt nicht, was jemand durchmacht“, sondern „Sei immer ruhig, denn du weißt nicht, ob jemand ein Mordpsychopath sein wird.“ Es ist eine Sache, Vorsicht walten zu lassen, bevor wir jemandem den Gashebel öffnen, eine andere Sache, die nach Entscheidungen, die Konsequenzen befehlen und fordern, mausige Stille suggeriert – ob das vorsätzliche Laufen einer Ampel oder ein blindes Auge auf diejenigen mit legitimen Kämpfen gerichtet ist.

Letztendlich fühlt sich Unhinged wie eine weitere Verankerung in der Manie an, über die hinaus so viele von uns wirklich versuchen, sich in einem sinnvollen Maß zu bewegen. Und doch ist es kein schlechter Film, sondern ein Film, der sich vielleicht unklugerweise dazu entschlossen hat, mehr abzubeißen, als er kauen konnte, und dann aufgrund von Umständen, die außerhalb seiner Kontrolle lagen, noch mehr auf seiner Repräsentationstafel lag. Einerseits war das Auftreten von Kriechen durch „Gewalt und Vergeltung“ immer dort, wo Gummi auf den Weg für solche Geschichten trifft. In dieser Tradition ist Unhinged nicht ohne grelle Lorbeeren. Anstatt realistischere Ängste zu zerstreuen, wäre es besser gewesen, sich nur auf ihnen auszuruhen.

Bonusmaterial

Featurette „This Side of Rage“ sowie einen Audiokommentar mit Derrick Borte, Brendan Galvin, Fredrick Waff und Denise Wingate.

Bewertung

3 von 5

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